Ich tanze mit meinen Dämonen

Posted by on Mai 8, 2012 in In Worten | 2 Comments

Ne, ne. Vergiss mal ganz schnell, ich wäre Eine, die durch die melancholischen Worte hindurch nach Hilfe schreit.

Vielleicht blicke ich manchmal traurig drein und schüttele nachdenklich den Kopf. Vielleicht weine ich leise zu den Texten der gleichgesonnenen Liedermacher oder in Filmdramen hinein. Vielleicht verzweifle ich manchmal über den Zeitraffer in meinem und deinem Leben und hänge jungen Jahren nach. Vielleicht gibt es immer ein Gestern, Heute und Morgen, was mich bewegt, aber “bewegen” heißt gleichzeitig “nicht stehen bleiben”.

Denke lieber nicht darüber nach, ob du mir eventuell irgendwie helfen könntest.

Hast du mal von der anderen Seite auf meine Welt geschaut? – Melancholie bedeutet nicht Depression. Und Nachdenklichkeit bedeutet auch nicht Kopfzerbrechen. Genau so wenig, wie Lachen immer gleich Glück bedeutet. Oder Frohsinn Zufriedenheit. Es ist nicht immer alles schwarz oder weiß. Grau kann so bunt sein und schwarz auch so weiß. Melancholie macht mich meistens glücklich und Lachen entsteht manchmal daraus.

Ich tanze mit meinen Dämonen.

Klar, gibt es manchmal mehr Minus, als Plus. Oder umgekehrt. Und natürlich wachsen und gedeihen Dämonen in einer düsteren Umgebung viel wohlwollender, als zwischen Pastelltönen. Aber ich habe mich daran gewöhnt, dass ich selbst es bin, die düsteren Ecken in ihrer Welt erst den Raum zur Entstehung gibt. Und Dinge, die ich selber schaffe, die können nicht gefährlich sein. Ich habe keine Angst vor Dunkelheit. Ich gehe dort regelmäßig vorbei und füttere die verbliebenen Dämonen mit Wehmut und Erinnerungen. Und das Wichtige ist: Ich bin mir dessen durchaus bewusst.
Ich weiß, du hast Angst, dass sie mich eines Tages in einem unaufmerksamen Moment übermannen. Ganz oft ist mir das auch schon passiert, aber das ist nicht schlimm. Einerseits sind zum Beispiel Dämonen Schuld daran, warum ich jetzt hier bin, mit dir. Und auf der anderen Seite lerne ich aus jedem ihrer Feldzüge. Dämonen geben mir Kraft und Größe und das Wissen darum, dass ich dir was erzählen kann, etwas mit scheinweisen Worten, etwas Kluges, etwas Erfahrenes, etwas Sanftes. Es geht darum, mit ihnen zu tanzen, um mit der Welt tanzen zu können.

Du weißt doch, alles, was uns in die Tiefe treibt, ist zwar nicht steuerbar, aber es liegt in unseren Händen, wie wir damit umgehen. Wir träumen doch und wir weinen doch. Wir sehnen uns und reagieren darauf. Wir ärgern und freuen uns.

Und ich, ich schreibe. Ich schreibe, weil Schreiben mein Ventil ist und nicht, weil ich mich nach Hilfe verzehre. Schreiben macht mich stark und weich zugleich. Es schult mich. Und das, das solltest du unbedingt wissen, hat nichts damit zu tun, dass ich, wie so oft vermutet, vielleicht ein schreckliches Leben lebe, im Gegenteil.

Schreiben ist das, was es für mich noch doppelt so schön macht. Und wüsstest du, mein Freund, was ich tatsächlich für ein unglaublich optimistisches Stehauf-Frauchen bin und wieviel Glück ich stets erfahren habe, würdest du das hier nie wieder lesen wollen.

Gute Nacht.

theGRUNGEone

2 Comments

  1. claudi
    9. Mai 2012

    und wir tanzen gerne ;)

  2. theGRUNGEone
    10. Mai 2012

    oh jaaa :)

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